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Artikel aus www.stol.it (04.03.2005)

Christian Kuntner bei der Pressekonferenz im Hotel Laurin
Christian Kuntner im STOL-Interview am Rande einer Pressekonferenz am Freitag in Bozen.

Christian Kuntner: „Einer fehlt mir noch“

Obwohl Christian Kuntner in seinem Bergsteigerleben beinahe alles erreicht hat, ist er bislang von der Öffentlichkeit weitestgehend unbeachtet geblieben. Grund genug für uns, den bescheidenen Prader Idealisten - der als erster Italiener den Mount Everest über den Nordostgrat bezwungen hatte - etwas näher kennenzulernen und ihn über seine Wünsche, Ängste und seine nächste Achttausenderbesteigung zu befragen.

Südtirol Online: In knapp drei Wochen beginnen Sie ihre Expedition zum Annapurma. Wie fühlen Sie sich so kurz vor Tourstart?

Christian Kuntner: Einerseits ist es Routine, andererseits ein hohes Maß an Respekt. Es ist der letzte Achttausender, den ich noch nicht bezwingen konnte.

STOL: Woran lag es?

Kuntner: In meinen bisherigen drei Anläufen 1997, 2002 und 2003 verhinderte Schlechtwetter eine erfolgreiche Besteigung. Auf einer Expedition spielt neben dem Material und einer optimalen Vorbereitung auch das nötige Glück eine zentrale Rolle.

STOL: Wie haben Sie sich auf das schwierige Unterfangen „Annapurma“ vorbereitet?

Kuntner: Für diese Tour habe ich bis auf einige Skitourenwanderungen keine spezielle Vorbereitung gemacht. Viel wichtiger noch ist der Kopf am Berg. Mental gilt es topfit zu sein, um auch wichtige Entscheidungen, wie etwa zu einer überlebensnotwendigen Rückkehr zu treffen. Nicht selten kommt es aufgrund der widrigen Umstände (Kälte,Sturm etc.) zu nervlichen Zusammenbrüchen während einer Extremtour.

STOL: Warum setzen Sie sich immer wieder bewusst Gefahrensituationen aus. Sind Sie süchtig nach dem Gefühl am Berg?

Kuntner: Ich sehne mich nach Herausforderung. Ob dies nun auf dem Berg, oder mit dem Rad über die Seidenstraße ist, macht für mich keinen Unterschied.

STOL: Nicht selten passiert es, dass Bergsteiger während einer Expedition umkommen. Haben Sie schon einmal daran gedacht mit dem Klettern aufzuhören?

Kuntner: Ehrlich? Nein. Ich klettere bereits seit meiner Kindheit; damit aufzuhören kommt für mich derzeit nicht in Frage. Verlusterlebnisse unter Kameraden gehören zum Bergsteigen dazu; Vergangene Woche ist ein guter Freund von mir beim Wasserfallklettern ums Leben gekommen. Andererseits kann der Tod jemanden auch zum Beispiel bei einem Autounfall ereilen: dann fragt auch keiner, warum er sich der Gefahr ausgesetzt hat.

STOL:... ist das nicht etwas anderes, immerhin suchen Sie das Risiko?

Kuntner: In gewisser Weise schon. Ich denke an die Macht des Schicksals: wenn es soweit sein soll, dann schlägt der Tod eben zu.

STOL: Kennen Sie Angst am Berg?

Kuntner: Angst ist wie ein Sicherheitsanker beim Bergsteigen. Sie bewahrt mich vor Dummheit oder unüberlegten Handlungen. Gefährlich wird es allerdings, wenn die Angst überhand nimmt und in zuviel Vorsicht umschlägt.

STOL: Wie geht Ihr Umfeld mit dem gefährlichen Sport um?

Kuntner: Meine Eltern wissen von meiner Leidenschaft. Sie sind weder dafür, noch dagegen. Angst haben sie keine, denke ich. Aber wir reden in der Familie eigentlich nie darüber. Grundsätzlich bin ich ein Einzelgänger. Ich hasse es in Anwesenheit von vielen Menschen zu sein.

STOL: Ein Charakterzug, der Sie selten in die Öffentlichkeit gehen lässt und den Umgang mit Sponsoren erschweren dürfte. Wie finanzieren Sie ihre Extremtouren?

Kuntner: Vorwiegend aus eigener Tasche. Ich arbeite als freier Mitarbeiter bei einem Planungs- und Vermessungsbüro in Prad. In letzter zeit war ich da allerdings immer seltener anzutreffen. Zu sehr war ich mit den Vorbereitungen auf die Tour beschäftigt. Außerdem bin ich ein extrem freiheitsstrebender Mensch, und fühle mich in den Fängen der Bürokratie und des Dorflebens unwohl.

STOL: Haben Sie schon einmal daran gedacht in ein anderes Land abzuwandern?

Kuntner: Ich liebe es zu reisen, und unterwegs zu sein. Der ursprüngliche Triebmotor für meine Himalajaexpeditionen war neue Leute und Kulturen kennen zu lernen. Erst nach und nach ist die Kletterei in den Vordergrund getreten.

STOL: Viele Bergsteiger nehmen sich von ihren Expeditionen Erinnerungsstücke mit nach hause. Welche Trophäen stehen bei Ihnen im Schrank?

Kuntner: Von jeder meiner bislang dreizehn Achttausenderexpeditionen habe ich einen Stein des bezwungenen Berges in den Rucksack gepackt. Das ist meine Art mich symbolisch an meine Erfolge zurückzuerinnern.

Interview: Rainer Hilpold

Freitag, 4. März 2005

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