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Artikel aus www.dervinschger.it (10.11.2010)

Jagdaufseher Ludi

„ABC – Attenzione, Blaas e Cristelli“

Schluderns – Nicht nur in Jägerkreisen und im Wilderer-Milieu schlugen die Wellen hoch, als Horst Eberhöfer 2003 mit dem Buch „Der Wilderer im Nationalpark“, erschienen im Provinz-Verlag, die öffentliche Bühne betrat. Auf mindestens dasselbe Echo dürfte das Buch „Jagdaufseher Ludi“ ­stoßen, das noch vor Weihnachten 2010 erscheinen soll, ebenfalls im Provinz Verlag.
Der langjährige Jagdaufseher Ludwig Blaas aus Schluderns, der zusammen mit dem mittlerweile ebenfalls pensionierten Staatspolizisten Gioacchino ­Cristelli ein berühmt-berüchtigtes Team im Kampf gegen die Wilderer bildete, schildert darin in über 30 Kapiteln seine Erinnerungen als Jagdaufseher.

Hinter dem unscheinbaren Wort „Erinnerungen“ verbergen sich Geschichten, die großteils schon als „Einzelstücke“ Rohstoff genug abgäben, um spannende Filme daraus zu machen. Was Ludi Blaas sozusagen als Retour­kutsche zum Band „Der Wilderer im Nationalpark“ zu erzählen hat, sind aber keine Erfindungen, sondern sauber recherchierte, aktenkundige Fälle. Dass ein Jagdaufseher seinen Einsatz gegen die Wilderei­ anhand konkreter Fälle, die zumeist ein gerichtliches Nachspiel und entsprechende Folgen hatten, in Buchform nachzeichnet, dürfte bislang ein Novum sein. ­„Alles, was ich geschrieben habe, ist mit Protokollen, Akten und Schriftsätzen dokumentiert“, verrät Ludi Blaas dem „Vinschger“. Die Betroffenen, sprich die Wilderer, die er während seiner 28-jährigen Laufbahn als Jagdaufseher im Revier Mals erwischt hat, zumeist mit Hilfe des damaligen in Mals stationierten Polizisten Gioacchino Cristelli bzw. mit Finanzbeamten, werden im Buch laut Ludwig Blaas nicht mit vollem Namen, sondern nur mit den Anfangsbuchstaben angeführt.
Seinen Beruf als Jagdaufseher nahm der jetzt 75-Jährige, der bis 2000 im Dienst stand, sehr ernst. „Wir waren als Auf­seher nicht mehr als bewaffnete Bauernknechte ohne Kompetenzen“, so Blaas.
Vor allem deshalb habe er stets die Zusammenarbeit mit der Polizei und den Finanzbeamten gesucht und auch gefunden, „auch wenn man mich oft als Ver­räter und Fanatiker beschimpfte, als einen, der mit den Walschn’ zusammenarbeitet.“ Er habe es stets als seine Pflicht und Aufgabe gesehen, mutmaßlichen Wilderern auf die Spur zu kommen, sie zu stellen und der Gerichtsbarkeit zu übergeben: „Wäre ich untätig geblieben, hätte ich mich geschämt, jeden Monat meinen Gehalt abzuholen.“
Das Duo Blaas und Cristelli­ war im Obervinschgau, wo zur Dienstzeit von Ludi sehr viel gewildert wurde, vor allem auch nachts und mit Scheinwerfern, weitum gefürchtet. Den Ausdruck „ABC – Attenzione, Blaas e Cristelli“ hat laut Ludwig Blaas Cristelli selbst geprägt. Die Zusammenarbeit mit den Finanzern ging so weit, dass diese dem Jagdaufseher für die nächtlichen „Pirschgänge“ immer ein eigenes Funkgerät zur Verfügung stellten. Ludi: „Wenn ich ein verdächtiges Auto auskundschaftete, funkte ich den Finanzern. Diese waren dann sofort zur Stelle und sperrten die Straße. Schnell ging das auch deshalb, weil sich einige der Finanzer stets in ­ihren Uniformen auf die Branden legten, um bei Bedarf schnell starten zu können.“
Weiters war Ludi stets in vierbeiniger Begleitung. Es waren dies Deutsche Schäferhunde, die er selbst schulte. Nicht nur die Wilderer hatten großen Respekt vor Ludwig Blaas, sondern auch die Schwarzfischer.Mit allzu vielen Einzelheiten will der ehemalige Jagdaufseher noch nicht herausrücken. Fest steht, dass fast jedes Kapitel ein kleiner „Krimi“ ist. So wird zum Beispiel geschildert, wie ein Jäger den gewilderten Rehbock an einem Baum aufhängte und ihn mit Ästen zudeckte, wie er die Beute in stockdunkler Nacht holen wollte, wie er dabei überrascht wurde, wie er floh und dabei seinen Hut verlor und wie ihm eben dieser Hut zum Verhängnis wurde, als seine Frau am Tag danach eben diesen Hut als jenen ihres Mannes erkannte.
Auch „Wilderergeschichten“, bei denen geschossen (O-Ton Ludi: „Gott sei Dank habe ich nicht getroffen“) und gerauft wurde, werden im Buch, das sich zurzeit noch in der Phase­ des Endlektorates befindet, geschildert. Manche Begebenheiten klingen unglaublich.
So wird zum Beispiel von der Mutter eines Wilderers erzählt, die ihren Sohn schützen wollte und dem ­Cristelli in den ­Rücken sprang, als dieser ihrem Sohn die Handschellen anlegen wollte.
Unvergesslich ist für Ludi Blaas auch ein Fund, der er 1987 machte: er entdeckte im Nationalparkgebiet ein Gewehr, 7 kg Fleisch und drei Trophäen, die von 2 trächtigen Gemsen und einem Gemsjährling stammten. Alles andere hatte der Wil­derer zurückgelassen. Dass auch nicht wenige Jäger wilderten, belegt der Umstand, dass Ludwig Blaas von 7 Jägern eines Obervinschger Seitentales 6 erwischt hat und 2 davon sogar dreimal.
Aber auch Episoden zum Schmunzeln kommen nicht zu kurz. Ludi: „Einmal hatte mich Cristelli zu einem bestimmten Ort gerufen. Als ich hinkam, sah ich eine große blonde Frau. Es war aber keine Frau, sondern Cristelli, der sich eine Perücke über den Kopf gezogen hatte.“
Auf die Frage, ob er nie ­Drohungen erhalten habe, meinte Blaas: „Sicher, aber ich habe sie nie wirklich ernst genommen.“ Nächtliche Wilderei, auch mit Fallen, sei oft auch zum Geschäftemachen betrieben worden: billiges Wildbret für Gasthäuser.
Gedanklich verarbeitet hat Blaas seine insgesamt ca. 80 Wilderer-Fälle beim Rad­fahren. Er fuhr sage und schreibe 226 Mal auf das Stilfserjoch.
Wird heute auch noch gewildert? Blaas: „Ja, aber mit der Aufsicht hapert es heutzutage gewaltig.“

von SEPP (Josef Laner)

Ausgabe 40/10 - 10. November 2010
Kategorie: Menschen

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Kurzbeschreibung Link

PRESSEMELDUNG!!!

Ludwig Blaas wurde am 11.11. in Schluderns Opfer eines tätlichen Übergriffes im Bezug auf das in Kürze erscheinende Buch!

Bitte an Jäger & Wilderer ->

BITTE des Provinz-Verlages:

Jäger, Wilderer und/oder interessierte Bürger möchten das Buch zuerst sachlich zu lesen, sich dann kritisch-korrekt mit dem Inhalt auseinanderzusetzen, und auf jede Form von Gewalt, sei sie verbaler oder brachialer Art, zu verzichten!

Informationen zum Buch: Jagdaufseher Ludi »
Informationen zum Autor: Ludi, Ludwig Blaas »

Der Wilderer im Nationalpark

Ein Buch von Horst Eberhöfer über die längst abgelegte Vergangenheit als Wilderer im Nationalpark.

 

Wilderer im Nationalpark »

Autor: Horst Eberhöfer Horst Eberhöfer »

 

 

last update: 11.11.2010

 
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